Was Krisenprävention in der Jugendhilfe wirklich braucht
Wir erforschen Deeskalation und sicheres Handeln nah am Alltag der stationären Jugendhilfe. Unsere Fragen kommen aus der Praxis, unsere Antworten gehen dorthin zurück.
Zwischen Wissenschaft und Alltag
Über Deeskalation und Krisenprävention in der Jugendhilfe ist vieles bekannt, doch das Wissen bleibt oft dort, wo es entsteht: in Studien, in Fachbüchern, in einzelnen Projekten. Im Alltag einer Wohngruppe kommt davon wenig an. Umgekehrt sammeln Fachkräfte täglich wertvolle Erfahrungen, die selten systematisch ausgewertet werden und deshalb verloren gehen.
Genau in diese Lücke stellen wir uns. Wir forschen nicht am Schreibtisch über die Praxis, sondern in ihr. Unsere Fragen entstehen dort, wo Fachkräfte an ihre Grenzen kommen, und unsere Antworten müssen sich im nächsten Dienst bewähren. Was diese Prüfung nicht besteht, ist für uns keine Erkenntnis.
Woran wir arbeiten
Vier Felder, die sich in der Praxis immer wieder als entscheidend zeigen.
Deeskalation, die wirkt
Welche Ansätze in welchen Situationen tatsächlich entlasten, und woran man das erkennt.
Pädagogik und Sicherheit im Zusammenspiel
Klare Rollen, Übergaben und gemeinsame Krisenpläne zwischen Fachkraft und Krisenpräventionsteam.
Gefährdungssituationen verstehen
Auslöser, Muster und frühe Anzeichen von Eskalation im stationären Alltag.
Wirkung und Qualität
Wie sich Krisenprävention beschreiben, dokumentieren und Schritt für Schritt verbessern lässt.
Forschung, die im Alltag ankommt
Wir forschen nah an tausendfacher Praxis der Konstant-Gruppe und geben die Erkenntnisse in konkrete Weiterbildung zurück.
Wie wir vorgehen
Wir arbeiten eng mit den Teams vor Ort zusammen und verbinden qualitative und quantitative Methoden: strukturierte Beobachtung, Interviews, Fallauswertungen und die systematische Dokumentation von Verläufen. So entstehen Erkenntnisse, die im Alltag standhalten.
Der Schutz der jungen Menschen hat dabei Vorrang. Wir anonymisieren konsequent, holen Einwilligungen ein und legen unser Vorgehen offen. Ergebnisse machen wir zugänglich, statt sie in der Schublade zu lassen.
Unser Forschungsprogramm steht am Anfang, und dazu stehen wir. Statt große Versprechen zu machen, arbeiten wir Schritt für Schritt: Wir beginnen mit den Fragen, die im Alltag am dringendsten sind, prüfen unsere Annahmen an der Wirklichkeit und lassen uns von den Ergebnissen korrigieren. So wächst nach und nach ein Wissen, das nicht nur klingt, als würde es helfen, sondern das im Ernstfall trägt.
Erkenntnisse, die ankommen
Was wir lernen, geben wir als verständliche Beiträge weiter, statt es in der Schublade zu lassen.
Erkenntnisse nützen nur, wenn sie ankommen. Deshalb übersetzen wir, was wir lernen, in zwei Richtungen. Zum einen fließt es direkt in unsere Weiterbildung: in Online-Module, Seminare und Präsenzschulungen, die Fachkräfte auf genau die Situationen vorbereiten, die wir untersucht haben. Zum anderen machen wir es als verständliche Fachbeiträge öffentlich, damit auch andere Träger und Teams davon profitieren.
So schließt sich ein Kreislauf: Aus der Praxis kommen die Fragen, in der Forschung werden sie geklärt, und über die Weiterbildung fließt das Wissen zurück in den Alltag. Jede Runde macht die nächste ein Stück besser.
Zu den BeiträgenRaum für Bachelor- und Masterarbeiten
Bei uns entstehen auch akademische Abschlussarbeiten zu Krisenprävention und Deeskalation in der Jugendhilfe. Studierende, die bei uns forschen, arbeiten mit Fragestellungen, die direkt aus dem Alltag der stationären Jugendhilfe kommen, und eng mit unseren Teams zusammen.